Über Schönes schreiben

Traurigkeit ist ein großer Motor. Erstmal angeschmissen und mit einem Knarzen im Getriebe, rattert er ohne Unterlass. Wie in einem Stummfilmkino projiziert das Gehirn alle schmerzhaften Momente auf einmal an die Innenwand der Netzhaut. Reizt und kitzelt solange, bis das Auge es nicht mehr aushält und sich ergießen muss.

Melancholie ist ein fast ebenso großer Antrieb. Ist es nicht der Kloß im Hals, dann das Unwohlsein im Magen. Überlagert oft nur von Weltschmerz. Klingen sie nebeneinander, dann schwingt das Herz im Gleichtakt mit. Oder eben nicht. Gerät es aus dem Rhythmus, klopft es für die Einsamkeit, die auch gern mit der Melancholie verwechselt wird.

Glück hingegen wirft ein Fragezeichen auf. Schönes in Worte zu fassen wirkt trivial, fast kitschig und klischeehaft. Schade, ist es doch ein ebenso starkes Gefühl wie Trauer…und Melancholie. Über das Glücklichsein zu schreiben ist wortlos und darum nicht möglich. Zumindest in meiner Welt. Darum ist der Blog im Stillstand. Aber der Kopf nicht. Und auch das Muss ist noch da, fast mit einer noch größeren Wucht, mit einem größeren Willen und mit einem viel größeren Wunsch. Die Welt soll am Glück teilhaben. Könnte ich es bloß zu Papier bringen.

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